AG Cambodia

COVID-19-Infektionen in Kambodscha

Die weltweite rapide Verbreitung des SARS-CoV-2 Virus macht auch vor Kambodscha nicht halt. Der erste Krankheitsfall wurde am 27. Januar 2020 im südlich gelegenen Küstenort Sihanoukville bei einem sechzigjährigen Chinesen, der kurz zuvor aus Wuhan (China) eingereist war, diagnostiziert. Der Patient erholte sich vollständig.

In den folgenden zwei Wochen wurden in Sihanoukville weitere 68 Infizierte identifiziert; weitere Fälle in anderen Landesteilen folgten. Mit Datum vom 13.10.2020 registriert Kambodscha kumulativ 283 COVID-19-Infizierte, davon sind nahezu alle genesen. Todesopfer sind bislang nicht zu verzeichnen. Abgesehen von Sihanoukville ist die Mehrzahl der registrierten Fälle in und um die Hauptstadt Phnom Penh sowie in den nordöstlichen Landesteilen, u.a. in Battambang und an der Grenze zu Thailand lokalisiert.

Die vergleichsweise kleine Zahl COVID-19-Infizierter korrespondiert mit der eher geringen Prävalenz in anderen südostasiatischen Ländern, z.B. Laos, Myanmar oder Vietnam, wobei unzureichende Testmöglichkeiten, mangelnde klinische Kompetenz sowie politische Interessen eine durchaus nennenswerte Dunkelziffer bedingen mögen.

Entsprechend dem Global Health Security Index für 2019 nimmt Kambodscha im Hinblick auf Preparedness for Infectious Disease Outbreak den 89. Rang von 195 Ländern ein. Die Regierung hat bislang u.a. die folgenden Maßnahmen ergriffen, um sowohl medizinische wie auch wirtschaftliche Folgen der Pandemie möglichst abzufedern:

  • Um die Nahrungssicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten, wurden ab 6.4.20 Reis-Exporte ausgesetzt.
  • Die Rückkehr kambodschanischer Wanderarbeiter aus umliegenden Ländern wurde zeitweise unterbunden.
  • Lokale Arbeiter, deren Fabriken Corona-bedingt schließen müssen, werden mit einer einmaligen Zahlung von 70 US$ kompensiert.
  • Seit dem 31.3.20 werden keine Touristen-Visa mehr ausgestellt (die Maßnahme ist zunächst auf einen Monat begrenzt).
  • Massage-Salons, Wellness-Betriebe und Fitness-Studios bleiben landesweit ab 7.4.20 bis auf weiteres geschlossen.
  • Seit 8.4.20 sind Reisen innerhalb Kambodschas mit wenigen definierten Ausnahmen untersagt.
  • Feierlichkeiten anlässlich des kambodschanischen Neujahrs-Festes vom 13.-16.4.20 (die i.d.R. mit einem erheblichen Besucheraufkommen in den Städten und vermehrter Reiseaktivität innerhalb des Landes verbunden sind) wurden abgesagt.

Derzeit ist unklar, ab wann die kambodschanischen Behörden die o.a. Maßnahmen lockern bzw. wieder Touristen-Visa ausstellen werden. Wenn auch bislang in sehr überschaubaren Dimensionen, wird das SARS-CoV-2 Virus bis auf weiteres ein ernstzunehmendes Risiko für Einheimische wie für Touristen und vor Ort arbeitende Ausländer darstellen, zumal die medizinischen Möglichkeiten im Erkrankungsfalle in Kambodscha nach wie vor limitiert sind.

Christoph Bendick, Köln

Die AG Cambodia ist eine Arbeitsgemeinschaft innerhalb der International Society of Dermatology in the Tropics e.V..

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Der gemeinnützige Verein zur Förderung der Dermatologie in den Tropen wurde am 7. März 1996 in Tübingen gegründet und hat inzwischen über 100 Mitglieder in 11 Ländern. Der Verein hat seinen Sitz in Tübingen und ist beim Registergericht des Amtsgerichts Stuttgart eingetragen (VR 38120).

Der Verein ist ein internationaler Zusammenschluss von Ärzten, Wissenschaftlern und medizinischem Pflege- und Hilfspersonal. Satzungsgemäß gehört die Förderung einer ausreichenden und qualifizierten dermatologischen Versorgung der in tropischen und subtropischen Ländern lebenden Bevölkerung zu den Zielen des Vereins. Erreicht werden soll dieses Ziel durch Zusammenarbeit aller Interessierten im In- und Ausland, durch Zusammenführen von Wissenschaft und Praxis, sowie Mitwirkung bei der Ausbildung, Weiterbildung und Fortbildung von Ärzten, Wissenschaftlern und Pflegepersonal auf dem Gebiet der Dermatologie in tropischen Ländern.

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Die Arbeitsgemeinschaft „AG CAMBODIA“ hat sich als spezialisierte Untergruppe innerhalb der Society gebildet, um gezielt den Aufbau der Dermatologie in Kambodscha  zu fördern.

Wichtige Ziele sind die Förderung der dermatologischen Ausbildung kambodschanischer Ärzte und Studenten und die Unterstützung der dermatologischen Versorgung der kambodschanischen Bevölkerung, insbesondere mittelloser und unterprivilegierter Patienten.

Die wesentliche Versorgung von Patienten mit dermatologischen Erkrankungen und die Ausbildung von Medizinstudenten sowie Fachärzten findet in der Abteilung für Dermatologie des Preah Kossamak-Hospitals in Phnom Penh (http://www.dermatology-kossamak.com) statt.

Darüber hinaus engagiert sich die AG Cambodia bei der Vermittlung von Hautärzten und Famulanten bzw. PJlern nach Phnom Penh (siehe z.B. https://m.thieme.de/viamedici/32914/a/dermatologie-famulatur-kambodscha-32916.htm) sowie bei der Organisation von Hospitationen kambodschanischer Ärzte an deutschen Hautkliniken (-> Kontakt).

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Das „Department of Dermatology“ im Preah Kossamak-Hospital in Phnom Penh
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Dermatochirugischer Unterricht für Studenten durch Prof. Sithach Mey, Chef der dermatologischen Abteilung im Preah Kossamak Hospital

Mit folgenden Kooperationspartnern arbeiten wir zusammen:

DDG

ILDS

IFD

Updates helfen

Chibodia e.V.:

Chibodia ist ein Verein, der sich um verarmte und elternlose Kinder in Kambodscha kümmert und versucht, den Kindern neben einer familienähnlichen Umgebung eine Ausbildung und damit eine Zukunft zu ermöglichen. Wir möchten gerne eine Kooperation im Sinne einer hautärztlichen Versorgung dieser Kinder aufbauen.

Chibodia – Freunde für Kinder in Kambodscha e.V.

Um unsere bisherigen Aktivitäten in Kambodscha zu erhalten und fortzuführen, sind wir auf Ihre finanzielle Unterstützung angewiesen und würden uns sehr über eine Spende auf folgendes Konto freuen:

Spendenkonto: 

Deutsche Dermatologische Gesellschaft

Verwendungszweck: AG Cambodia

Volksbank Mindener Land eG

IBAN: DE52 490601270 916916001

BIC: GENODEM1MPW

Aktuelle Aktivitäten

Aktuell geplant

Aufgrund der  Corona-Krise konnten  zwei engagierte  deutsche Dermatologinnen nicht wie geplant im September 2020 eine Woche als Dozentinnen in der Abteilung für Dermatologie im Preah Kossamak Hospital tätig sein. Teilweise wurde der Unterricht glücklicherweise „online“ umgesetzt.

Wir hoffen, dass wir nächstes Jahr wieder die Möglichkeit haben werden, Unterricht für die jungen Assistenzärzte am Preah Kossamak Hospital anbieten zu können.

Aktuell geplante Aktivitäten:

  • Kostenlose dermatologische Behandlung von Patienten, die in der Provinz leben und keine adäquate dermatologische Versorgung vor Ort haben. Finanzielle Unterstützung von mittellosen Patienten, falls diese einen Krankenhausaufenthalt oder besondere Medikamente benötigen.
  • Allgemeine Verbesserung der Unterstützung von mittellosen Patienten, weiterer Ausbau und Stärkung der dermatologischen Abteilung.

Wir brauchen:

  • Dermatologische Abteilungen / Kliniken in Deutschland für 3-monatige Hospitationen  für kambodschanische Ärzte
  • Unterstützung bei der Gründung einer kambodschanischen dermatologischen Zeitschrift

Wir helfen:

  • Studenten (Famulanten / PJler) bei der Vermittlung von Hospitationen im Preah Kossamak Hospital

Kontakt aufnehmen