AG Cambodia

COVID-19-Infektionen in Kambodscha

Die weltweite rapide Verbreitung des SARS-CoV-2 Virus hat auch vor Kambodscha nicht halt gemacht. Der erste Krankheitsfall wurde am 27. Januar 2020 im südlich gelegenen Küstenort Sihanoukville bei einem sechzigjährigen Chinesen, der kurz zuvor aus Wuhan (China) eingereist war, diagnostiziert. In den folgenden zwei Wochen wurden in Sihanoukville weitere 68 Infizierte identifiziert; Fälle in anderen Landesteilen folgten. Im Laufe des Jahres 2020 hielten sich die Zahlen der Infizierten auf zweistelligem Niveau und noch im Januar 2021 waren kumulativ weniger als 200 COVID-19-Infizierte zu verzeichnen, Todesopfer wurden nicht registriert.

Ausgelöst durch mehrere Anfang 2021 aus der Quarantäne entwichene infizierte Personen, welche eine dreistellige Zahl anderer ansteckten, entwickelte sich der sog. February Community Outbreak. Trotz erheblicher Anstrengungen (u.a. mehrwöchiger strenger Lockdown, Quarantänemaßnahmen, strikte Einreisekontrollen) stiegen die Zahlen von Erkrankten und Verstorbenen kontinuierlich bis zu einem Maximum Mitte Juli 2021 mit fast 1.000 Infizierten und etwa 20 Todesopfern täglich. Bedingt durch die Ausbreitung der leichter übertragbaren Omikron-Variante kam es zu einem zweiten Gipfel Mitte Februar 2022, wenn auch mit deutlich weniger Infizierten sowie Todesopfern im einstelligen Bereich. Seit Anfang Mai 2022 infizieren sich 10-20 Personen/Tag, Todesopfer sind die eher seltene Ausnahme. Kumulativ hat Kambodscha 136.000 Infizierte und 3.550 Todesfälle zu verzeichnen (05/2022). Hierbei handelt es sich um vergleichsweise moderate Zahlen, sie stellen das fragile Gesundheitssystem Kambodschas jedoch erheblich auf die Probe. Der gravierende Mangel an für die breite Öffentlichkeit finanziell erschwinglichen Intensivbetten, Beatmungsgeräten, Schutzkleidung, Testkits etc. wurde und wird weiterhin durch Spenden befreundeter Länder wie Vietnam und China, aber auch durch Bemühungen der WHO, mit der die kambodschanischen Behörden bereits im frühen Stadium der Pandemie eine intensive Kooperation gepflegt haben, gebessert.

Die Impfkampagne hat in Kambodscha am 10. Februar 2021 begonnen, 05/2022 waren 85% der Bevölkerung zweifach geimpft, 65% sind geboostert. Damit gibt Kambodscha v.a. im südostasiatischen, aber auch im internationalen Vergleich ein durchaus vorteilhaftes Bild ab. Die Impfung ist kostenlos, verwendet werden mehrheitlich die chinesischen Präparate Coronavac (Sinovac) und BBIBP-CorV (Sinopharm), in geringerem Umfang Covishield (Astra-Zeneca indischer Produktion). Bei allen drei Vakzinen handelt es sich um Vektor-Impfstoffe. Kambodscha profitiert bei der Impfstoffzuteilung auch von der COVAX-Initiative.

Entsprechend dem Global Health Security Index für 2019 nimmt Kambodscha im Hinblick auf Preparedness for Infectious Disease Outbreak den 89. Rang von 195 Ländern ein. Die Regierung hat eine Reihe wirtschaftlicher und Public Health-Maßnahmen ergriffen, um die Folgen der Pandemie möglichst abzufedern, u.a. in Form finanzieller Unterstützung vulnerabler Bevölkerungsgruppen. Dies hat die Insolvenz zahlreicher Geschäfte und Unternehmen, vor allem im für die Wirtschaft des Landes so wichtigen Tourismus-Sektor, nicht zu verhindern vermocht.

Die Einreisebedingungen wurden Ende März 2022 im Vergleich zu früheren sehr strikten Bestimmungen erheblich gelockert: Derzeit wird lediglich der Impfschutz kontrolliert. Visa werden wie vor Ausbruch der Pandemie jetzt auch wieder bei Einreise erteilt.

Bei aller Erleichterung über den vergleichsweisen glimpflichen Verlauf der Pandemie in Kambodscha werden die Unberechenbarkeit des SARS-CoV-2 Virus sowie dessen Langzeitfolgen bis auf weiteres eine erhebliche Belastung der medizinischen, ökonomischen und touristischen Infrastruktur darstellen.

Christoph Bendick, Phnom Penh, 3.5.2022

AG CAMBODIA

Die AG Cambodia ist eine Arbeitsgemeinschaft innerhalb der International Society of Dermatology in the Tropics e.V.. Logo Verein

Der gemeinnützige Verein zur Förderung der Dermatologie in den Tropen– ‚International Society of Dermatology in the Tropics e.V.’ wurde am 7. März 1996 in Tübingen gegründet und hat inzwischen über 100 Mitglieder in 11 Ländern. Der Verein hat seinen Sitz in Tübingen und ist beim Registergericht des Amtsgerichts Stuttgart eingetragen (VR 38120).

Der Verein ist ein internationaler Zusammenschluss von Ärzten, Wissenschaftlern und medizinischem Pflege- und Hilfspersonal. Satzungsgemäß gehört die Förderung einer ausreichenden und qualifizierten dermatologischen Versorgung der in tropischen und subtropischen Ländern lebenden Bevölkerung zu den Zielen des Vereins. Erreicht werden soll dieses Ziel durch Zusammenarbeit aller Interessierten im In- und Ausland, durch Zusammenführen von Wissenschaft und Praxis, sowie Mitwirkung bei der Ausbildung, Weiterbildung und Fortbildung von Ärzten, Wissenschaftlern und Pflegepersonal auf dem Gebiet der Dermatologie in tropischen Ländern.

Die Arbeitsgemeinschaft „AG CAMBODIA“ hat sich als spezialisierte Untergruppe innerhalb der Society gebildet, um gezielt den Aufbau der Dermatologie in Kambodscha  zu fördern.

Wichtige Ziele sind die Förderung der dermatologischen Ausbildung kambodschanischer Ärzte und Studenten und die Unterstützung der dermatologischen Versorgung der kambodschanischen Bevölkerung, insbesondere mittelloser und unterprivilegierter Patienten.

Die wesentliche Versorgung von Patienten mit dermatologischen Erkrankungen und die Ausbildung von Medizinstudenten sowie Fachärzten findet in der Abteilung für Dermatologie des Preah Kossamak-Hospitals und des Calmette-Hospitals in Phnom Penh statt.

Darüber hinaus engagiert sich die AG Cambodia bei der Vermittlung von Hautärzten und Famulanten bzw. PJlern nach Phnom Penh (siehe z.B. https://m.thieme.de/viamedici/32914/a/dermatologie-famulatur-kambodscha-32916.htm) sowie bei der Organisation von Hospitationen kambodschanischer Ärzte an deutschen Hautkliniken (-> Kontakt).

Mit folgenden Kooperationspartnern arbeiten wir zusammen:

DDG

Calmette-Hospital

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Deutsche Dermatologische Gesellschaft

Verwendungszweck: AG Cambodia

Volksbank Herford-Mindener Land eG

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